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Gerald Pesch

New member
01.07.2021
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Wer kennt es nicht, das Raumschiff Enterprise welches in den Tiefen des Weltalls unterwegs ist, viele Lichtjahre von der Erde entfernt, um neue Welten und neue Zivilisationen zu entdecken.
Das Problem der Science Fiction Autoren ist dabei die Lichtgeschwindigkeit als theoretisch grösstmöglichen Geschwindigkeit im Universum, die solche Reisen ad absurdum führt. Das Problem löst Captain Kirk ganz einfach mit der Anweisung „Mister Zulu, Wrap-Antrieb einschalten“. So einfach kann man als Autor phantastischer Geschichten grundsätzliche Probleme lösen.

Womit wir bei der „Energiewende“ wären. Auch hier gibt es ein grundsätzliches Problem, die stochastische Leistungsbereitstellung durch Wind- und Sonnenstromerzeuger. Das Angebot passt nie zur Nachfrage. Aber zum Glück gibt es auch hier eine ganz einfache Lösung, Stromspeicher.

Leicht gesagt, besonders von Leuten die mit der Materie nicht vertraut sind. Der elektrische „Strom“ ist nämlich eine virtuelle Größe, nichts was man irgendwie in Säcken oder Behältern „speichern“ könnte. Es handelt sich dabei vielmehr um eine Allegorie, ein Bild, um etwas jenseits unserer direkten biologischen Möglichkeiten darstellbar zu machen. Der elektrische Strom wird auch nicht „verbraucht“, ich kann mit einem Amperemeter „hinter“ der Lampe genau so den Strom messen wie „vor“ der Lampe, die Lampe „verbraucht“ keinen Strom, sie verbraucht nur den Brennstoffvorrat am Kraftwerk. Der elektrische „Strom“ ist im Grunde ein leitungsgeführtes elektromagnetisches Feld zur Energieübertragung. Von daher wird verständlich dass man solche Felder nicht „speichern“ sondern nur die durch sie transportierte Energie wandeln kann. Das ist jetzt keine Spitzfindigkeit sondern eine grundlegende Erkenntnis denn solche Wandlungsprozesse sind

a) Verlustbehaftet

b) In ihrem Potential stark beschränkt.

Im einzelnen werden folgende Wandlungsprozesse als Lösung der Speicherfrage der „Energiewende“ von ihren Protagonisten angeführt.

  1. Die Pumpspeicher (PSW).
Hierbei handelt es sich um bereits seit langem etablierte Technik. Aber auch hier gelten die o. g. Beschränkungen. PSW müssen Mio m³ Wasser hoch pumpen um dieses Lagenpotential dann bei Bedarf wieder zurück zu verstromen. Das geht mit akzeptablen Wirkungsgraden von 75% - 80%, jedoch werden hierzu große Mengen Wasser und ein entsprechendes Relief benötigt. Beides ist nur begrenzt verfügbar. Zudem liegt die Energiemenge die dadurch gespeichert werden kann weit unter dem was im EVU Maßstab benötigt wird. Beispiel PSW Vianden (LX) welches eine beeindruckende Leistung von ca. 1200 MW aufweist, diese aber nur max. 6-8 Stunden liefern kann. Damit ergibt sich eine Energiemenge von ~ 8,5 GWh. Der Verbrauch im Deutschen Stromnetz beläuft sich aber auf > 1000 GWh pro Tag! PSW können Spitzenlasten bedienen aber niemals die Strommengen liefern die bei Dunkelflaute benötigt werden.

  1. Batteriespeicher. Die Umwandlung in chemische Energie ist auch keine Lösung. Wegen der geringen Energiedichte (ca. 0,5 kWh/kg) werden riesige Batteriespeicher benötigt die aber auch nur einen bescheidenen Beitrag zur Energieversorgung liefern können. Beispiel die Tesla Batterie in Jamestown bei Adelaide (Australien) die eine Leistung von 130 MW aufweist, diese Leistung aber auch nur ein paar Stunden liefern kann. Viel mehr als 0,25 GWh sind da nicht zu erwarten, als Stromspeicher bei Dunkelflaute also völlig unbrauchbar. Von den Kosten einer so generierten kWh erst gar nicht zu sprechen.​

  1. Power-to-Gas
Etwas was in allen grünen Medien als Rettung der „Energiewende“ angepriesen wird. Im Prinzip geht es dabei um die Wandlungskette Strom ==> Wasserstoff ==> Strom. Dazu muss man wissen dass diese Wandlungskette ein Energiegrab darstellt, man hat es hier mit einem Wirkungsgrad von 35% zu tun, d.h. man muss 3 kWh hinein geben um 1 kWh heraus zu bekommen! Alleine dadurch verdreifacht sich der Strompreis und dazu kommen dann noch die Anlage- Betriebs- und Personalkosten hinzu. Ein wirtschaftlich völlig absurdes Projekt, und die Aussage „Ökostrom kostet ja nichts, Wind und Sonne schicken keine Rechnung“ ist totaler Blödsinn, welche Rechnungen „Wind und Sonne“ so schicken kann inzwischen jeder auf seiner Stromrechnung nachlesen.

Fazit: Das grüne Narrativ der „Stromspeicher“ ist bei realistischer Betrachtung nichts anderes als eine Wunschvorstellung MINT ferner Grüner die naturgesetzliche Grenzen durch ein Narrativ aus der Welt schaffen wollen. In dem Sinne, Mr. Zulu, Wrap-Antrieb einschalten, wir haben es eilig, die „Energiewende“ steht vor der Türe, alternativlos.....
 
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Reaktionen: leachim200

leachim200

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20.06.2021
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Völlig richtig, Herr Pesch. Aber es sind leider nicht nur die MINT-fernen-Grünen, die uns das Märchen von der Energiewende erzählen. Merkel und ihre Kumpanen verbreiten dieses Narrativ ebenfalls, zu Lasten von 83 Millionen Bürgern in diesem Land.
 

Bernard Neelen

Well-known member
25.06.2021
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Hallo Herr Pesch.

Ich würde meinen das Ihre 35 % Wirkungsgrad noch sehr optimistisch gerechnet sind!
Großtechnisch sehe ich nur eine Methananaloge, drucklose, kryogene Lagerung des Wasserstoffs als sinnvoll an. Der energetische Verlust durch Erzeugung und Erhaltung von -250 °C sind jedoch sehr hoch. Zudem sind bei dauerhafter Lagerung auch noch Kühlverluste hinzu zurechnen.
 

Wolfgang Langer

Active member
14.07.2021
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Hallo Herr Pesch.

Ich würde meinen das Ihre 35 % Wirkungsgrad noch sehr optimistisch gerechnet sind!
Großtechnisch sehe ich nur eine Methananaloge, drucklose, kryogene Lagerung des Wasserstoffs als sinnvoll an. Der energetische Verlust durch Erzeugung und Erhaltung von -250 °C sind jedoch sehr hoch. Zudem sind bei dauerhafter Lagerung auch noch Kühlverluste hinzu zurechnen.
Das sehe ich auch so.

Wenn man aber die Umwandlungs-WÄRME zB als Duschwasser-Erwärmung nutzen kann,
dann ist das nicht mehr so tragisch.
PICEA-Wasserstoff-Speicherung von Solarenergie für den Winter machts vor.

Aber noch zu teuer........
 

Bernard Neelen

Well-known member
25.06.2021
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Hallo Herr Langer,

Danke für den Hinweis! - das Produkt war mir bisher unbekannt.

Zitat Hersteller:
"Der Preis für eine picea beträgt zwischen 60.000 - 90.000 €. picea wird je nach Anforderungen an Standort".....

Das ist natürlich auch extrem!
 

Wolfgang Langer

Active member
14.07.2021
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Hallo Herr Langer,

Danke für den Hinweis! - das Produkt war mir bisher unbekannt.

Zitat Hersteller:
"Der Preis für eine picea beträgt zwischen 60.000 - 90.000 €. picea wird je nach Anforderungen an Standort".....

Das ist natürlich auch extrem!
Gerne

Für 30.000 wäre es Ok
Chinesische Komponenten können das..... locker

Aber ich habe da doch lieber ein komplettes System